Yokohama: Hilfe von künstlicher Intelligenz für Polizei

Yokohama (DJZ) – Die Polizei in der Präfektur Kanagawa plant, präventive Polizeiarbeit einzuführen, eine Methode, um das Auftreten von Verbrechen und Unfällen mit künstlicher Intelligenz vorherzusagen. Dies ist die erste Präfektur in Japan, die diese Methode ausprobieren wird, sagen Regierungsbeamte der Präfektur.

Die Polizei in Kanagawa wird im April das Budget hierfür, im Rahmen der Haushaltsplanung für 2018, beantragen. Die Polizei hofft, dieses System noch vor den Olympischen und Paralympischen Spielen 2020 in Tokio in die Praxis umzusetzen.

Das KI-System soll z. B. analysieren, ob verschiedene Verbrechen von ein und demselben Täter begangen wurden oder aber evtl. vorhersagen was ein Verbrecher als nächstes vor hat. Zeiten und Orte für evtl. bevorstehende kriminelle Taten oder Unfälle prognostizieren. Damit sollen Verbrechen verhindert werden und begangene Taten gelöst werden.

Polizeibeamte wären in der Lage, an den vorgeschlagenen Orten während der relevanten Zeiten zu patrouillieren, um Sicherheit zu gewährleisten. Des weiteren würde das KI-System auch dazu beitragen Untersuchungen zu beschleunigen.

Das KI-System lernt anhand einer „Deep Learning“ -Methode und trägt zu Big Data bei. Das Wissen wird in Statistiken festgehalten. Daten wie, Zeit, Ort, Wetterbedingungen, geographische Einzelheiten und andere Aspekte vergangener Verbrechen oder Unfälle werden registriert.

Informationen von sozialen Medien werden ebenfalls eingebunden.

Die Polizei in Kanagawa hat im vergangenen Jahr mit der Machbarkeitsstudie begonnen und plant, im Frühjahr dieses Jahres, zusammen mit dem privaten Sektor, zu forschen, bevor das KI-System in die Praxis umgesetzt wird.

In der Vergangenheit wurde bereits ein System getestet um Verbrechen die in bestimmten Gebieten häufig vorkommen vorherzubestimmen. Das System versagte.

Die nationale Polizeibehörde richtete im Dezember ein Beratungsgremium ein, in dem es darum ging, wie die Polizei AI einsetzen sollte.

Die prädiktive Polizeimethode wird in den Vereinigten Staaten verwendet. Kritiker machen sich Sorgen wegen Menschenrechtsverletzungen.

Viele Polizeikräfte in den Vereinigten Staaten verwenden die Predictive Policing-Software PredPol, die laut einer Website von der Polizei von Los Angeles und der Universität von Kalifornien in Los Angeles stammt.

Bereiche werden vorausgesagt, in denen eine Straftat wahrscheinlich ist, indem Daten über begangene Verbrechen analysiert werden.

Siebzehn Organisationen, darunter die American Civil Liberties Union, veröffentlichten im August 2016 gemeinsam eine Erklärung gegen die Benutzung von Computer Vorhersagen.

Die Erklärung kritisierte das System für angeblich Vorurteile gegen bestimmte Gemeinschaften und Bewohner.

Toyoaki Nishida, Professor für Informationswissenschaft an der Kyoto University, sagte, Präventivmaßnahmen könnten ergriffen werden, wenn eine Hypothese, dass Verbrechen sich auf bestimmte Zeiten und Orte konzentrieren, richtig sei.

Aber die Verwendung einer solchen Methode könnte negative Aspekte wie häufige Polizeistreifen in den gleichen Gebieten haben, sagte er.

„Das Verständnis der Bewohner wäre notwendig, um es in Gebrauch zu nehmen“, sagte der Professor.

Der Artikel erschien in Japan Today (30.01.2018)

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