Fukushima: Entschädigung für den Selbstmord eines 102 Jahre alten Mannes

FUKUSHIMA (DJZ) – Die Familie eines 102 Jahre alten Mannes, der sich nach einem Evakuierungsbefehl in 2011 erhängte, erhält  ¥ 15.2 Millionen (ca. € 115.000) Entschädigung von Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. (TEPCO) laut einem japanischen Gerichtsbeschluss vom vergangenen Dienstag, dies berichtete TBS News am 22.02.2018. Der alte Herr wollte seinen Heimatort nicht verlassen.

Das Bezirksgericht von Fukushima wies Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. (TEPCO), den Betreiber des verkrüppelten Kernkraftwerks, an, eine Entschädigung zu zahlen, wobei ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Selbstmord von Fumio Okubo und der Nuklearkatastrophe anerkannt wurde.

Drei Familienmitglieder von Okubo hatten von TEPCO insgesamt etwa 60 Millionen Yen beantragt. Der Mann, der nie außerhalb seiner Heimatstadt Iitate gelebt hatte, wurde am 12. April 2011 in seinem Zimmer erhängt aufgefunden, einen Tag nachdem er erfahren hatte, dass die Regierung den Evakuierungsbefehl für das Dorf erlassen hatte.

Nachdem am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein darauf folgender Tsunami den Fukushima Daiichi-Komplex im Nordosten Japans heimsuchte, erlitt das Kraftwerk mehrere Kernschmelzen, was die Regierung veranlasste, benachbarte Bewohner zu evakuieren.

Das Dorf Iitate, etwa 30 bis 50 Kilometer nordwestlich der Anlage gelegen, wurde am 22. April 2011 zur Evakuierungszone aufgefordert.

Der Vorsitzende Richter Hideki Kanazawa sagte, dass Okubo „unerträgliche Schmerzen erleiden musste, da er mit großer Wahrscheinlichkeit sterben würde bevor er in sein Heimatort zurück kehren könnte“.

 

(Bild: TV Bericht TBS News)

 

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