Japan: Aussage zum Moritomo-Schul-Skandal

JAPAN (DJZ) – Seit Monaten taucht der Moritomo-Schul-Skandal immer wieder in den Schlagzeilen auf. In Japan ist fast jeder mit dem Skandal vertraut. Die Moritomo Schule gibt es in dem Sinne noch nicht, denn diese sollte eigentlich erst entstehen und um das Gebäude zu bauen wurde ein Stück Land gekauft. Diese Stück Land wurde für etwa € ~ 1 Million vom Staat erworben, angeblich nur 14% des Wertes des Fläche. Auf dem Gelände ist bereits ein Kindergarten, der seit 1. April 1950 besteht und um diesen Kindergarten zu erweitern wurde die Moritomo Schule geplant. Zur Zeit wird das Areal gepachtet. Der Vertrag um den es in dem Skandal geht ist nichtig und die Kaufsumme wurde zurück erstattet, nachdem die Zeitung Asahi Shimbun am 9. Februar 2017 erstmal von der Geheimhaltung des Kaufpreises berichtete. Nun geistert dieser Skandal seit über einem Jahr durch die Medien und den neuesten Entwicklung kam heraus, dass der Kaufvertrag, der der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, bearbeitet wurde, d.h. ganze Passagen wurden aus dem Vertrag gelöscht, u.a. Paragrafen, die die Ehefrau von Premierminister Abe erwähnen. Dies wurde von einem Beamten im Finanzministerium vorgenommen, der sich im Januar das Leben genommen hat. Da dieser nicht mehr befragt werden kann, trat nun ein ehemaliger Beamter, Nobuhisa Sagawa, des Finanzministeriums vor das Upper House der National Diet und nahm Stellung zu den Vorwürfen.

Am vergangenen Dienstag, trat der ehemalige Beamte des Finanzministeriums vor den Landtag und bestritt kategorisch jede Beteiligung von Premierminister Shinzo Abe, seiner Frau oder seiner Verbündeten an der Fälschung des Dokuments.

„Es wurde nie dem Büro des Premierministers gemeldet. Es ist etwas, das intern von der Finanzbehörde im Finanzministerium durchgeführt wurde“, behauptete Nobuhisa Sagawa, ein ehemaliger Leiter der National Tax Agency, der das Büro beaufsichtigte, als das Dokument manipuliert wurde, welches zwischen Februar und April letzten Jahres geschah, berichtet The Japan Times am 27.03.2018.

Sagawa machte die Aussage unter Eid,  was bedeutete, dass er bestraft werden kann, falls er nicht die Wahrheit sagt oder sich weigerte eine Aussage zu machen ohne wichtige Gründe dafür zu haben.

Die Zeugenaussage konnte jedoch eine Reihe wichtiger Fragen zum Skandal nicht klären.

Sagawa weigerte sich wiederholt zu wichtigen Fragen Stellung zu nehmen. In solchen Fällen antwortete er mit, „Er werde z.Zt. von den Behörden untersucht und könnte wegen der Manipulation strafrechtlich verfolgt werden, aus diesem Grunde möchte er keine Aussage machen, berichtete TBS News am 27.03.2018

Es wird vermutet, so berichtet „The Japan Times“ am 27.03.2018, dass ein Führender Beamter im Finanzministerium, möglicherweise Finanzminister Taro Aso oder Abe nahestehende, Sagawa unter Druck gesetzt haben könnten, Dutzende von Abschnitten aus den Dokumenten zu löschen, die sich auf die Pachten in 2015 und Moritomo Gakuen beziehen . Die gelöschten Teile enthalten Formulierungen, die Akie Abe, die Frau des Premierministers, erwähnt, die einst als Ehren Schulleiter der Grundschule diente, die Moritomo auf dem Grundstück in Toyonaka, Präfektur Osaka, errichten wollte.

Die Bevölkerung ist misstrauisch geworden, nachdem die Fälschung der Dokumente an das Licht kam und es wird vermutet, dass der nationalistische Schulbetreiber einen Rabatt von 85 % erhielt wegen der guten Beziehung zur First Lady.

 

(Bild: Screenshot von TBS News Bericht, bearbeitet von DJZ)

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