Osaka: Ex-Leiter des Schulbetreibers Moritomo Gakuen und Ehefrau werden auf Kaution freigelassen

OSAKA (DJZ) – Der ehemalige Leiter eines Schulbetreibers und seine Ehefrau wurden auf Kaution freigelassen. Zehn Monate saßen die beiden in Untersuchungshaft wegen des Verdachts öffentliche Subventionen erschlichen zu haben. Die Schule „Moritomo Gakuen“ steht im Mittelpunkt dieses Skandals und der ehemalige Leiter des Schulbetreibers soll ermäßigte Staatseinkäufe getätigt haben, berichteten verschiedene Nachrichtensender in Japan am 27.05.2018 u.a. NHK & ANN News.

 

Das Amtsgericht Osaka wies am vergangenen Mittwoch eine Klage der Staatsanwälte gegen die Entlassung der Eheleute Kagoike zurück.

Das Paar, der 65-jährige Yasunori Kagoike und seine 61-jährige Ehefrau Junko, sahen sich überraschend in den Schlagzeilen, nachdem der Betreiber ein Staatsgrundstück in der Präfektur Osaka für einen Siebtel des Schätzungspreises kaufte. Auf diesem Grundstück sollte eine Grundschule entstehen. Zugleich wurde die Ehefrau der Premierministers Shinzo Abe zur Ehren-Direktorin ernannt. Des weiteren wurde erklärt, dass der Kaufpreis die Kosten für die Beseitigung der am Standort vergrabenen Abfälle decken sollte.

Akie Abe trat von ihrem Posten zurück, nachdem der umstrittene Deal aufgedeckt wurde. Kagoike hat behauptet, dass er als Bekannter eine Sonderbehandlung erhalten habe.

Der Premierminister hat bestritten, dass er oder seine Frau beteiligt waren.

Die Kagoikes wurden seit ihrer Festnahme am 31. Juli 2017 im Internierungslager Osaka festgehalten. Es wurden verschiedene Anklagen gegen sie erhoben, darunter der Betrug von ¥ 170 Millionen (ca. € 1.333.195,38) mit Schulgeldern.

Bei einer Pressekonferenz am Freitagabend sagte Kagoike, ihre Inhaftierung sei politisch motiviert und forderte Abes Version der Ereignisse heraus. „Als Staatsmann sollte er die Wahrheit fair und ehrlich sagen“, sagte er.

Während Kagoike sich weigerte, über seinen eigenen Fall zu sprechen, nannte er die Anklage gegen seine Frau, die an einem Punkt der Pressekonferenz schluchzte, „falsche Anschuldigungen“.

Es wird vermutet, dass Herr Kagoike die Beschuldigungen der Anklage zugeben wird. Doch die Anklage gegen seine Frau, wird wahrscheinlich von ihr verleugnet.

Was die Subventionen der Zentralregierung anbelangt, wird erwartet, dass die Kagoikes gegen die Betrugsgebühren argumentieren.

Das Gericht lehnte den vorherigen Antrag des Paares auf Kaution im November letzten Jahres ab. Eine zweite Anfrage wurde Anfang dieses Monats eingereicht.

Der Anwalt des Paares sagte, dass für Kagoike eine Kaution von 8 Millionen Yen und für seine Frau eine Kaution von 7 Millionen Yen festgesetzt wurde.

(Bild: Screenshot von NHK, bearbeitet von DJZ)

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